Altersvorsorge

Wenn man dem Rentenal­ter ent­ge­gen­sprint­et, fängt man für gewöhn­lich an, sich über die finanzielle Ver­sorgung für die Zeit nach der Beruf­stätigkeit (oder im Ver­sicherungs­jar­gon: der Ansparphase) Gedanken zu machen. Nehme ich zumin­d­est an. Und da ich noch mit keinem Vor­sorge­plan die Riester­förderung vom Staat mit­nehme, habe ich in den let­zten Wochen meine spär­liche Freizeit investiert, um mir mal einen Überblick über die Ange­bote zu ver­schaf­fen. Ver­sicherungs­mak­ler und Bankmen­schen zu fra­gen macht ja nicht viel Sinn, da jed­er Ver­tragsab­schluss mit mehr oder weniger Pro­vi­sio­nen für die ver­bun­den ist, und einem deshalb meist die Sachen emp­fohlen wer­den, die nicht mir son­dern dem Mak­ler am meis­ten nützen.

Zum Glück weiß das Inter­net auch alles. Für die Riester­förderung gibt es näm­lich (lei­der) eine ganze Menge Optio­nen.

  • die klas­sis­che Renten­ver­sicherung
  • die fonds­ge­bun­dene Renten­ver­sicherung
  • den Fondspar­plan
  • den Bankspar­plan
  • den Baus­parver­trag

Für Leute (noch) unter 40 sind die Fond-gestützten Optio­nen auf jeden Fall inter­es­san­ter, da bei dem Niedrigzin­sniveau im Moment beim nor­malen Sparen nicht viel raus kommt. Die Renten­ver­sicherun­gen sind dabei deut­lich teur­er – und sind deshalb auch die Empfehlung von mein­er Allianz-Liai­son. Die Kosten wer­den da nir­gend­wo expliz­it erwäh­nt, aber nach 5 Jahren klafft eine Lücke von rund €3200 zwis­chen meinen Ein­zahlun­gen und dem prog­nos­tizierten Ver­tragswert (bei 2% Ren­dite). Dazu kommt, dass danach auch noch zusät­zliche Kosten für die Aus­gabeauf­schläge entste­hen, die garantiert weit­erg­ere­icht wer­den. Bei Fondsparplä­nen bleiben haupt­säch­lich diese Auf­schläge, aber auf die bekommt man bei manchen Ver­mit­tlern bis zu 100% Rabat­te (siehe unten). Dafür gibt es bei denen aber auch keine garantierte Ren­dite wie bei den Renten­ver­sicherun­gen – im schlimm­sten Fall sitzt man wirk­lich nur mit seinem eingezahlten Schot­ter und den Zula­gen vom Staat da.

Für einen kinder­losen beste­ht der Hauptvorteil der Riester­förderung übri­gens gar nicht in den Zula­gen, die über­all erwäh­nt wer­den, son­dern in der steuer­lichen Abset­zbarkeit der Beiträge, die z.T. deut­lich höher aus­fall­en – die erhal­te­nen Zula­gen wer­den von der Steuer­erstat­tung aber abge­zo­gen, sodass man nicht etwa dop­pelt gewin­nt. Wirk­lich was dazu bekommt man also erst, wenn die Zula­gen die Steuer­erstat­tung über­schre­it­en, was bei einem gutver­di­enen­den Ehep­aar, die bei­de riestern, ab 5 Kindern der Fall sein dürfte. Außer­dem sind auf die Rente dann volle Steuern fäl­lig (aber bei einem möglicher­weise niedrigeren Steuer­satz).

Bei Renten­be­ginn kann man sich bei allen Spar­for­men max­i­mal 30% des Poli­cen­werts auszahlen lassen, auf die (natür­lich) auch Steuern fäl­lig wer­den. Bis 85 gibt es dann eine Rente, die sich an der Wer­ten­twick­lung der Anlage ori­en­tiert und danach dann eine lebenslange Leibrente in Höhe des Wertes der garantierten Rente (nur von den Ein­zahlun­gen abhängig). Für diese lebenslange Rente schließen selb­st die Fond­san­bi­eter bei Renten­be­ginn eine reg­uläre Renten­ver­sicherung ab, sodass man um diese let­z­tendlich nicht herumkommt. Was diese kostet, hängt von den Kon­di­tio­nen in 30 Jahren ab, DWS gibt 10-20% des anges­parten Ver­mö­gens an, die dafür investiert wer­den müssen.

Auch wenn die Renten­ver­sicherun­gen der Allianz mit einem Anspruch auf eine Bau­fi­nanzierung gekop­pelt sind (in Höhe des max­i­mal vier­fachen zum Zeit­punkt der Kred­i­tauf­nahme gezahlten Beiträge mit einem Zinssatz von 0.5% unter den “gel­tenden Dar­lehen­skon­di­tio­nen,” wenn man dafür kein Geld aus dem Riester-Ver­trag ent­nimmt, wie das bei allen Spar­for­men anson­sten möglich ist), bin ich hof­fentlich noch nicht zu alt für einen Fondspar­plan. Finanztest hat ger­ade erst eine ganze Menge fonds­ge­bun­den­er Renten­ver­sichun­gen und Fondsparpläne unter die Lupe genom­men, und die von DWS kamen gut dabei weg. Bei der DWS Riester­Rente Pre­mi­um wer­den aber sämtliche Gebühren schon in den ersten 5 Jahren fäl­lig, was die Ren­dite min­dert – bei der DWS TopRente Dynamik wer­den die Kosten als Aus­gabeauf­schläge über die Laufzeit verteilt. Es gibt auch Fondsver­mit­tler, die bis zu 100% Rabatt auf diese Aus­gabeauf­schläge gewähren (AVL, fondsvermittlung24, fond­sportal – wie ser­iös die sind, kann ich nicht ein­schätzen). Wenn man bei DWS|direkt ordert, bekommt man bis Jahre­sende einen €50 Media­Markt-Gutschein (also rund €40 in “richtigem” Geld).

Falls ich was überse­hen habe, lasst es mich wis­sen…


last posts in money:

4 Comments

  • warum riestern, wenn man doch selb­st die fonds auswählen kann und den riester­an­bi­etern kein geld in den rachen wer­fen will. ich empfehle dir ~5 fonds selb­st auszusuchen und für jed­nen einen fondspar­plan zu starten. damit fährst du viel gün­stiger und kannst beliebig umschicht­en (höcht­ens alle 2-3 jahre mal). mit DWS fonds bin ich bish­er gut gefahren.

  • Yaisog Bonegnasher wrote:

    Was man in Riester-Fonds steckt, kann man in der Jahress­teuer­erk­lärung abset­zen (bis €2100/Jahr). Außer­dem wird keine Abgel­tungss­teuer fäl­lig. Dafür muss man Steuern auf die Rente zahlen, was aber möglicher­weise weniger als die 25% sind…

  • yo.. aber damit ist der steuer­abzug nur min­i­mal ren­ditewirk­sam. die ganze frage der alterssicherung ist enorm indi­vidu­ell. ich hab mich gegen riester entsch­ieden… die gründe wür­den bier­abend­fül­lend sein :)

  • Ich hab mich dies­bezüglich immer sehr neg­a­tiv geäußert, es ist oft nur geld­macherei!

Post a Comment

Your email is never shared.