Zum Glück weiß das Internet auch alles. Für die Riesterförderung gibt es nämlich (leider) eine ganze Menge Optionen.
- die klassische Rentenversicherung
- die fondsgebundene Rentenversicherung
- den Fondsparplan
- den Banksparplan
- den Bausparvertrag
Für Leute (noch) unter 40 sind die Fond-gestützten Optionen auf jeden Fall interessanter, da bei dem Niedrigzinsniveau im Moment beim normalen Sparen nicht viel raus kommt. Die Rentenversicherungen sind dabei deutlich teurer – und sind deshalb auch die Empfehlung von meiner Allianz-Liaison. Die Kosten werden da nirgendwo explizit erwähnt, aber nach 5 Jahren klafft eine Lücke von rund €3200 zwischen meinen Einzahlungen und dem prognostizierten Vertragswert (bei 2% Rendite). Dazu kommt, dass danach auch noch zusätzliche Kosten für die Ausgabeaufschläge entstehen, die garantiert weitergereicht werden. Bei Fondsparplänen bleiben hauptsächlich diese Aufschläge, aber auf die bekommt man bei manchen Vermittlern bis zu 100% Rabatte (siehe unten). Dafür gibt es bei denen aber auch keine garantierte Rendite wie bei den Rentenversicherungen – im schlimmsten Fall sitzt man wirklich nur mit seinem eingezahlten Schotter und den Zulagen vom Staat da.
Für einen kinderlosen besteht der Hauptvorteil der Riesterförderung übrigens gar nicht in den Zulagen, die überall erwähnt werden, sondern in der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge, die z.T. deutlich höher ausfallen – die erhaltenen Zulagen werden von der Steuererstattung aber abgezogen, sodass man nicht etwa doppelt gewinnt. Wirklich was dazu bekommt man also erst, wenn die Zulagen die Steuererstattung überschreiten, was bei einem gutverdienenden Ehepaar, die beide riestern, ab 5 Kindern der Fall sein dürfte. Außerdem sind auf die Rente dann volle Steuern fällig (aber bei einem möglicherweise niedrigeren Steuersatz).
Bei Rentenbeginn kann man sich bei allen Sparformen maximal 30% des Policenwerts auszahlen lassen, auf die (natürlich) auch Steuern fällig werden. Bis 85 gibt es dann eine Rente, die sich an der Wertentwicklung der Anlage orientiert und danach dann eine lebenslange Leibrente in Höhe des Wertes der garantierten Rente (nur von den Einzahlungen abhängig). Für diese lebenslange Rente schließen selbst die Fondsanbieter bei Rentenbeginn eine reguläre Rentenversicherung ab, sodass man um diese letztendlich nicht herumkommt. Was diese kostet, hängt von den Konditionen in 30 Jahren ab, DWS gibt 10-20% des angesparten Vermögens an, die dafür investiert werden müssen.
Auch wenn die Rentenversicherungen der Allianz mit einem Anspruch auf eine Baufinanzierung gekoppelt sind (in Höhe des maximal vierfachen zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme gezahlten Beiträge mit einem Zinssatz von 0.5% unter den “geltenden Darlehenskonditionen,” wenn man dafür kein Geld aus dem Riester-Vertrag entnimmt, wie das bei allen Sparformen ansonsten möglich ist), bin ich hoffentlich noch nicht zu alt für einen Fondsparplan. Finanztest hat gerade erst eine ganze Menge fondsgebundener Rentenversichungen und Fondsparpläne unter die Lupe genommen, und die von DWS kamen gut dabei weg. Bei der DWS RiesterRente Premium werden aber sämtliche Gebühren schon in den ersten 5 Jahren fällig, was die Rendite mindert – bei der DWS TopRente Dynamik werden die Kosten als Ausgabeaufschläge über die Laufzeit verteilt. Es gibt auch Fondsvermittler, die bis zu 100% Rabatt auf diese Ausgabeaufschläge gewähren (AVL, fondsvermittlung24, fondsportal – wie seriös die sind, kann ich nicht einschätzen). Wenn man bei DWS|direkt ordert, bekommt man bis Jahresende einen €50 MediaMarkt-Gutschein (also rund €40 in “richtigem” Geld).
Falls ich was übersehen habe, lasst es mich wissen…
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warum riestern, wenn man doch selbst die fonds auswählen kann und den riesteranbietern kein geld in den rachen werfen will. ich empfehle dir ~5 fonds selbst auszusuchen und für jednen einen fondsparplan zu starten. damit fährst du viel günstiger und kannst beliebig umschichten (höchtens alle 2-3 jahre mal). mit DWS fonds bin ich bisher gut gefahren.
Was man in Riester-Fonds steckt, kann man in der Jahressteuererklärung absetzen (bis €2100/Jahr). Außerdem wird keine Abgeltungssteuer fällig. Dafür muss man Steuern auf die Rente zahlen, was aber möglicherweise weniger als die 25% sind…
yo.. aber damit ist der steuerabzug nur minimal renditewirksam. die ganze frage der alterssicherung ist enorm individuell. ich hab mich gegen riester entschieden… die gründe würden bierabendfüllend sein :)
Ich hab mich diesbezüglich immer sehr negativ geäußert, es ist oft nur geldmacherei!